Was kostet ein industrieller 3D Drucker? Kaufpreis, Betriebskosten, Miete

Stand: Oktober 2026 · Lesezeit ca. 7 Minuten

Wer einen 3D Drucker für die Fertigung sucht, stößt schnell auf ein Problem: Preise stehen selten auf den Herstellerseiten, und die Spanne reicht vom 500-Euro-Tischgerät bis zur sechsstelligen Industriemaschine. Dieser Artikel ordnet die Preisklassen ein, nennt den Kaufpreis und die Mietkonditionen des CHX 350 und zeigt, welche Kosten nach dem Kauf hinzukommen.

Die kurze Antwort

  • Preisklasse: Industrielle FFF 3D Drucker mit geschlossenem Bauraum und 400 °C Druckkopf liegen in der Mittelklasse bei 15.000–60.000 €.
  • Kauf CHX 350: ab 42.000 €, Einweisung und Inbetriebnahme inklusive.
  • Miete CHX 350: ab 1.190 € im Monat, Wartung und Kundendienst inklusive.
  • Laufende Kosten nach dem Kauf: typisch 3.000–8.000 € pro Jahr für Material, Energie, Verschleißteile und Wartung.

Drei Preisklassen — und was man dafür bekommt

Der Preis sagt bei 3D Druckern weniger über die Qualität als über den Einsatzzweck. Die drei Klassen unterscheiden sich vor allem darin, welche Werkstoffe sie verarbeiten, wie groß die Teile werden dürfen und wie lange sie unbeaufsichtigt laufen.

KlassePreisTypische Ausstattung
Tischgeräte500–4.000 €Bauraum um 200 × 200 × 200 mm, offen oder leicht geschlossen, Druckkopf bis etwa 300 °C
Industrielle Mittelklasse15.000–60.000 €300–500 Liter Bauraum, geschlossen, Metallrahmen, 400 °C Druckkopf, Dauerbetrieb, technische Kunststoffe bis PPS CF
Industrielle Oberklasseüber 100.000 €Herstellereigene Materialkartuschen, zertifizierte Prozesse, Wartungsverträge im entsprechenden Bereich

Zwischen 60.000 und 100.000 € liegt keine eigene Klasse: In diesem Bereich landen Geräte der Mittelklasse mit allen Ausstattungsoptionen, zuzüglich Wartungsvertrag.

Für produzierende Betriebe, die Vorrichtungen, Werkzeuge und Ersatzteile aus technischen Kunststoffen drucken wollen, ist die Mittelklasse in der Regel die passende. Tischgeräte scheitern an Bauraum und Werkstoffen, die Oberklasse rechnet sich für den typischen Mittelständler selten — auch weil geschlossene Materialsysteme an die Filamente des Herstellers binden. Worauf es bei der Auswahl innerhalb einer Klasse ankommt, beschreibt die Kaufberatung FFF 3D Drucker.

Kaufpreis am Beispiel CHX 350

Der CHX 350 kostet im Kauf ab 42.000 €. Darin enthalten sind das Gerät mit 880 × 422 × 943 mm Bauraum, 400 °C Druckkopf und geschlossenem Regelkreis sowie Einweisung und Inbetriebnahme. Ausstattungsoptionen wie Core-IDEX und die Kammerheizung erhöhen den Kaufpreis. Das Filamentsystem ist offen: Sie sind nicht an Materialien von Meltingplot gebunden.

Was nach dem Kauf hinzukommt

Der Anschaffungspreis ist nur ein Teil der Rechnung. Einmalig fallen für die Aufstellung — Stellfläche, gegebenenfalls Abluft — typisch 500–2.000 € an. Pro Jahr kommen hinzu:

KostenblockTypischer Bereich pro Jahr
Material (Filament)1.500–5.000 €
Energie200–600 €
Verschleißteile (Düsen, Druckbettbeschichtung, Förderräder, Filter)300–800 €
Wartung0–1.500 €
Personalanteilig: 15–30 Minuten Druckvorbereitung je Auftrag, dazu Nacharbeit

In Summe liegen die laufenden Kosten typisch bei 3.000–8.000 € pro Jahr. Wie diese Posten zustande kommen und welche Einsparungen ihnen gegenüberstehen, zeigt der Artikel Lohnt sich ein industrieller 3D Drucker? In dessen Rechenbeispiel amortisiert sich ein Drucker für 30.000 € allein durch 40 Vorrichtungen pro Jahr nach rund 2,3 Jahren.

Miete und Mietkauf statt Kauf

Wer nicht sofort investieren will oder den Drucker erst im eigenen Betrieb erproben möchte, kann den CHX 350 mieten. Wartung, Kundendienst und garantierte Druckstunden sind in der Rate enthalten, bei Defekt wird das Gerät getauscht.

ModellKostenBedingungen
Standard1.190 € im Monat12 Monate, Versand und Workshop vor Ort inklusive, vorzeitig zum Ende jedes Mietquartals kündbar
Flex1.890 € im Monat3 Monate, zuzüglich 1.030 € Einmalkosten
MietkaufMiete, dann Kaufnach mindestens 12 Monaten; 70 % der bisherigen Mietkosten werden auf den Kaufpreis angerechnet, Restkaufpreis mindestens 10.000 €

Ein Jahr Standardmiete kostet 14.280 €. Wer danach kauft, bekommt 70 % davon angerechnet. Die Miete wird rollierend drei Monate im Voraus gezahlt; die Geräte bleiben im Eigentum von Meltingplot, der Betreiber schließt eine Sachversicherung ab. Alle Konditionen einschließlich der SLA-Stufen stehen auf der Seite 3D Drucker mieten, die Abwägung zwischen den Modellen im Artikel 3D Drucker kaufen oder mieten?

Und der Bausatz für einen Bruchteil des Preises?

Großformat-Bausätze kosten 4.000–8.000 €. Für den betrieblichen Einsatz kommen Aufbau durch eigenes Personal, die CE-Dokumentation — wer einen Bausatz gewerblich betreibt, wird zum Hersteller im Sinne der Maschinenrichtlinie — und Nacharbeit hinzu. In unserer Gesamtkostenrechnung landet der Bausatz damit bei 12.400–35.600 €, ohne Herstellerbetreuung. Die Rechnung im Einzelnen steht im Artikel Großformat 3D Drucker als Bausatz: Versteckte Kosten und Risiken.

Was ein einzelnes Bauteil kostet

Für die Entscheidung zählt am Ende, was ein Teil aus dem eigenen Drucker kostet — verglichen mit dem Frästeil, dem Dienstleister oder dem Spritzgussteil. Zwei Werkzeuge helfen dabei:

  • Der 3D Druck Kostenrechner berechnet Druckzeit, Material und Stückkosten direkt aus Ihrer STL-Datei — im Browser, ohne Dateiupload.
  • Der 3D Drucker ROI Rechner stellt Kauf, Miete und Mietkauf des CHX 350 Ihren Einsparhebeln gegenüber und legt jede Annahme im PDF-Bericht offen.

Wie sich die Stückkosten aus Material, Maschine, Personal und Gemeinkosten zusammensetzen, erklärt der Artikel 3D Druck Stückkosten berechnen. Ob sich bei Ihrem Bedarf ein eigenes Gerät überhaupt lohnt oder ein Druckdienstleister günstiger ist, behandelt der Artikel Eigener 3D Drucker oder Druckdienstleister?

Häufige Fragen

Was ist im Kaufpreis des CHX 350 enthalten?

Der Kaufpreis ab 42.000 € umfasst das Gerät sowie Einweisung und Inbetriebnahme. Ausstattungsoptionen wie Core-IDEX und die Kammerheizung erhöhen den Preis. Ein Angebot mit Ihrer Konfiguration erhalten Sie über das Kontaktformular.

Kann ich den CHX 350 zuerst mieten und später kaufen?

Ja. Nach mindestens 12 Monaten Miete können Sie das Gerät kaufen; 70 % der bisherigen Mietkosten werden auf den Kaufpreis angerechnet, der Restkaufpreis beträgt mindestens 10.000 €. Für einen kürzeren Test gibt es die Flex-Miete mit 3 Monaten Laufzeit. Noch vor der Miete drucken wir Ihr Bauteil auf Wunsch als kostenlosen Testdruck.

Welche laufenden Kosten kommen nach dem Kauf hinzu?

Typisch 3.000–8.000 € pro Jahr für Material, Energie, Verschleißteile und Wartung, dazu anteilige Personalzeit für Druckvorbereitung und Nacharbeit. Den größten Posten bildet das Material; seine Höhe hängt von Werkstoff und Auslastung ab.

Ab wann lohnt sich ein eigener Drucker statt eines Dienstleisters?

Als Faustregel ab 20–30 Druckstunden im Monat. Darunter ist ein Druckdienstleister oft günstiger. Zeitdruck und vertrauliche Bauteile können die Schwelle nach unten verschieben — Einzelheiten im Artikel Eigener 3D Drucker oder Druckdienstleister?

Alle Preise netto zuzüglich Mehrwertsteuer.

Über Meltingplot

Meltingplot ist ein familiengeführtes Unternehmen mit Sitz in Kiel. Wir entwickeln und fertigen industrielle FFF-Großformatdrucker für den produzierenden Mittelstand in Deutschland — Maschinenbau, Werkzeugbau, Sondermaschinenbau und deren Zulieferer. Dazu bieten wir Hochleistungsfilamente an, die wir gemeinsam mit spezialisierten Materialpartnern auf unsere Drucker abgestimmt haben.

Wer bei uns anruft, spricht mit dem Ingenieur, der die Maschine entwickelt hat. Entwicklung, Fertigung und Kundendienst der Drucker liegen in einer Hand — wer entscheidet, nimmt auch das Telefon ab. Das ist die Arbeitsweise, die zu den Betrieben passt, für die wir bauen.

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